Grund #42: Heimat
„Das hat in Oberpullendorf noch nie funktioniert.“ Diesen Satz höre ich mittlerweile seit vielen Jahren, mittlerweile schon eher Jahrzehnten. Ich habe aufgehört, ihn tatenlos hinzunehmen. Oberpullendorf hat aktuell ca. 3.400 Einwohner, feierte 2025 das Jubiläum 50 Jahre Stadterhebung, und bietet aus meiner Sicht einen wunderbaren Fleck Erde zum Leben. Doch Heimat ist auch dort, wo das Herz zuhause ist – und das ist für mich ein Grund diese Heimat gemeinsam mit und für ALLE zu gestalten.
Zu viel Stadt für ein Dorf. Oder zu viel Dorf für eine Stadt?
Familien. Senioren. Singles. Jugendliche. Menschen, die seit Generationen hier verwurzelt sind, und Menschen, die neu zugezogen sind und sich fragen: Bin ich hier willkommen? Gehöre ich dazu? Ist das meine Heimat?
Oberpullendorf steckt in einer Zwickmühle, die ich in vielen Gesprächen immer wieder höre: Wir sind zu groß für den Dorfzusammenhalt. Zu klein für eine gut organisierte Stadt. Was sind wir dann? Ich glaube: Wir sind beides und auch genau das, was wir ALLE daraus machen. Doch bisher hat das noch niemand wirklich ernsthaft versucht.
Für die Jugend: mehr als Playstation und Container
Jahrzehntelang hat die Gemeinde keine eigene Jugendinitiative entwickelt. Bestehende Ansätze wurden kaum unterstützt. Ich erinnere mich noch an den Kölla bei der Pfarre – einen Jugendraum, den es früher gab. Später habe ich neben dem 2getthere gewohnt und gesehen, wie viel ein Ort bedeuten kann, der einfach da ist und mit Leben erfüllt ist.
Als jemand zu mir kam und sagte, man sollte doch etwas für die Jugend tun – habe ich nicht gewartet. Ich habe vernetzt, mit der Landesregierung gesprochen, Fördermöglichkeiten geklärt. Und wir haben aus einer BLOP!-Initiative heraus den Verein JUZOP gegründet. Einen Verein mit siebenköpfigem Gründungsvorstand, der kämpft: für ein Jugendzentrum, für nachhaltige Finanzierung, für einen Ort, der unserer Jugend in Oberpullendorf bei der Entwicklung zu Verfügung steht. Es geht nicht um ein Sponsoring für eine Playstation. Oder einen Container irgendwo hinzustellen, wo sich niemand aufregt. Es geht um die Zukunft unserer Heimat. Und die Heimat unserer Jugend.
Das verbindende Glied
Heimat entsteht nicht durch Parteibeschlüsse. Heimat entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben: Hier bin ich willkommen und mit dabei. Nicht nur dann, wenn ich das richtige Parteibuch habe oder jemandem genehm bin. Nicht nur dann, wenn ich zur richtigen Gruppierung gehöre.
Ich denke an den Genussmarkt. Wie oft höre ich: „Das ist deren Genussmarkt.“ Als ob er jemandem gehören würde. Dabei könnte er so einfach für ALLE da sein. Und das gilt für viele Veranstaltungen. Vom Muttertagskaffee über das Maibaumstellen bis zum Weihnachtsmarkt. Feste, Events und Chancen für ALLE. Als gemeinsames Zeichen. Für ALLE Menschen. Für ALLE Volksgruppen. Als Teil unserer Heimat und Identität.
Gestritten wurde in Oberpullendorf in den letzten Jahrzehnten genug. Viele Projekte wurden nicht umgesetzt, weil Parteiinteressen wichtiger waren als das Gemeinwohl. Es war immer irgendjemand anderes schuld – das Land, der Bund, die andere Fraktion. Als dritte Kraft im Gemeinderat will die Liste für ALLE kein Mitspieler in diesem alten Spiel sein. Wir wollen das verbindende Glied sein. Und als Bürgermeister werde ich Koordinator, Moderator und Motivator für ALLE sein.
Es gilt noch immer dieser eine Satz: Es schien unmöglich – bis jemand kam, der das nicht akzeptieren wollte. Und es einfach machte. Und das mache ich nicht nur aus Überzeugung und Leidenschaft für meine Heimatstadt, sondern für eine Heimat für ALLE Menschen, die hier leben.
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