Grund #45: Kommunikation

Kommunikation ist kein Beiwerk. Kommunikation ist keine Kostenfrage. Kommunikation ist der Unterschied zwischen einer Gemeinde, die Menschen respektiert – und einer, die immer mehr Menschen verliert.
Was passiert, wenn nichts gesagt wird
Erinnere dich an die Fernwärme-Baustelle. Monatelang aufgerissene Straßen. Kein Aushang, keine Infos, kein Posting. Geschäftsleute, die nicht wussten, ob Kunden sie noch erreichen. Anwohner, die rätselten, wie lange das Chaos noch dauert. Das Problem war nicht die Baustelle – obwohl man über den Fernwärmeausbau bei so wenigen Anschlüssen diskutieren wird müssen. Das Problem war das Schweigen dazu. Es gab einen Zeitungsartikel, danach kaum Informationen.
Oder die Bürgercafés. Eine gute Idee, die mit dem Leader-Projekt „OP2025 – Stadt der Zukunft“ aufkam. Doch wer wusste davon? Wie wurde eingeladen? Wie geplant? Und, was ist danach mit den Ergebnissen passiert? Nichts davon wurde ordentlich kommuniziert. Und dann heißt es, dass sowieso kaum jemand mitmachen wollte. Das stimmt. Aber nicht wegen des Formats – sondern wegen der fehlenden Kommunikation davor und danach. Wenn man Bürgerbeteiligung nur einmal ausprobiert, abhakt und nie wieder ernsthaft betreibt, dann ist das kein gescheitertes Experiment. Das ist keine Beteiligung.
Leider wird seit Jahren in Oberpullendorf seitens der Stadtführung so wenig wie möglich kommuniziert. Bürgermeisterbrief wurde eingestellt, die Stadtzeitung und Social Media werden erst unter Druck 1 Jahr vor der Wahl aktiviert bzw. erneuert, und Wichtiges wird nicht öffentlich, sondern im Hinterzimmer besprochen.
Ich sage das nicht nur als Kritiker – ich sage es als Fachmann
Strategische und digitale Kommunikation ist wichtig. Das ist nicht nur meine private Meinung, sondern mein Beruf. Es war Teil meines Studiums. Es ist Gegenstand meiner laufenden Zertifizierungen als Experte. Ich arbeite täglich damit und daran bei meinen Kunden. Und ich sage daher mit voller Überzeugung: Was in Oberpullendorf fehlt, ist keine Raketenwissenschaft. Es fehlt der Wille zur ernsthaften Kommunikation.
Es braucht keinen großen Budget-Beschluss, um besser zu kommunizieren. Es braucht eine Haltung. Die Haltung, dass Menschen das Recht haben zu wissen, was in ihrer Gemeinde passiert. Dass ein QR-Code auf dem Bauzaun kein technischer Aufwand ist, sondern ein Zeichen von Respekt. Dass ein Reel auf Instagram und ein Postwurf an jeden Haushalt kein Widerspruch sind – sondern zwei Seiten derselben Medaille. Nicht entweder-oder. Es braucht beides.
Oberpullendorf-Plan 2050: Kommunikation als größtes Projekt
Was ich als Bürgermeister als erstes tun würde, ist kein Beschluss im stillen Kämmerlein. Es ist ein gemeinsamer Oberpullendorf-Plan – entwickelt mit allen, für ALLE. Eine Vision für ein lebenswertes Oberpullendorf für die kommenden 30 Jahren. Kein Parteipapier. Kein Schubladendokument. Sondern ein lebendiger Plan, der zeigt: Wir wissen, wohin wir gemeinsam wollen. Und wir sprechen auch offen darüber.
Aus diesem Oberpullendorf-Plan 2050 entstehen kurzfristige Maßnahmen genauso wie langfristige Projekte. Aber vor allem entsteht das, was Oberpullendorf seit Jahren fehlt: ein gemeinsames Verständnis für die Richtung, wohin wir gemeinsam wollen. Eine Richtung, an der wir uns orientieren können – auch dann, wenn Entscheidungen schwierig werden oder der nächste Wahltag näher rückt.
Offene Kommunikation zur Gemeindepolitik. Offene Kommunikation fürs Stadtmarketing. Offene Kommunikation mit und für die Vereine. Das ist kein Luxus. Das ist der Mindeststandard, den die Menschen in Oberpullendorf verdienen. Und genau das werden wir als Liste für ALLE einbringen – und mit deiner Unterstützung auch für ALLE umsetzen.
💬 Reden wir darüber: listefueralle.at/kontakt